Was bedeutet es, während der Kriegsjahre, als Nachkriegskind mit einem Soldatenvater oder als Kind von Kriegskindern, als sogenannter Kriegsenkel, etwa als Kind oder Enkel von Vertriebenen aufgewachsen zu sein? Was bedeutet es für die Gefühle, die Gesundheit, die Beziehungen, den Erfolg im Beruf? Wie beeinflusst all das Ihr Leben, Ihre Entscheidungen, die persönlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen? Und wie können wir uns all dem erfolgreich entwinden? Lösungen sind möglich und lange überfällig.
"Möglicherweise hat sie damit eines der wichtigsten Sachbücher
dieser Jahre geschrieben, allen dogmatischen Disputen zum Trotz."
Praxis Werder
Im Februar 2024 eröffne ich einen zweiten Praxisstandort in Werder, gleich hinter Potsdam an der Havel. Sie sind dort herzlich willkommen.
Nächste Aufstellungsseminare in Berlin
(weitere Termine unter "Terminübersicht"):
25./26. April und 6./7. Juni 2026
Sa und So ab 9 Uhr, ganztägig
An beiden Tagen bemühe ich mich um ein Ende gegen 18 Uhr
Entgegen meiner Gewohnheiten möchte ich an dieser Stelle eine persönliche Geschichte erzählen. Wie kam es zu dieser langen Pause? Wieder einmal habe ich am eigenen Leibe erleben dürfen, wie uns die Schatten der familiären Vergangenheit nicht nur begleiten, sondern auch einholen können:
Nach dem Einzug in das kleine Haus am Ufer der Havel schaute ich täglich auf den behäbigen Fluss. Stundenlang. So zu wohnen hatte ich mir immer gewünscht. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich angekommen. Ich erwartete innere Ruhe, Frieden. Stattdessen ging es mir von Tag zu Tag schlechter. Die seelischen und schließlich auch körperlichen Qualen, denen ich nicht auf die Spur kam, wurden immer unerträglicher.
Nach einem halben Jahr meldete ich mich zu einer Symptomaufstellung bei einer Kollegin an. Es zeigte sich sehr schnell, dass es bei mir um den übernommenen, generationenalten Schmerz meiner väterlichen Familie ging.
Was war ihnen passiert? Natürlich ist mir irgendwann in meiner Kindheit erzählt worden, dass meinen Großeltern ein wunderschönes Fachwerkhaus in der Hannoverschen Altstadt besessen hatten. Dort, in der Burgstraße, direkt am Ufer der Leine wohnten sie mit ihren beiden Söhnen und betrieben ein kleines Lebensmittelgeschäft. Das Haus wurde durch Bomben zerstört. Nach dem Kriegsende sollten sie für die Beseitigung der Trümmer 20.000 Mark bezahlen. Da sie das nicht konnten, überließen sie das Grundstück der Stadt. Sie verloren alles.
Zehn Jahre nach Kriegsende, kurz nach meiner Geburt, sind sie im Abstand von drei Wochen gestorben. Vielleicht an gebrochenem Herzen, wie so viele ihrer Generation. Besonders alt oder krank waren sie jedenfalls nicht.
Mein Vater hat über seine Eltern und ihr Schicksal nie ein Wort verloren. Der Krieg, in dem er als junger Soldat ein Bein und dann auch noch sein Elternhaus verlor, war ein Tabuthema. Ich erinnere lediglich die große Traurigkeit in seinen braunen Augen und meine instinktive Scheu, ihm Fragen zu stellen. Zu erdrückend war der Schmerz, zu groß die Verzweiflung.
Auf dem Grundstück meiner Großeltern wurde später das Historische Museum errichtet. Die Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite waren alle stehengeblieben. Dort ist bis heute noch das Museumsstübchen, wo ich in meiner Jugend anderthalb Jahrzehnte gekellnert habe. Fast täglich zog es mich an genau den Ort, an dem mein Vater aufgewachsen war und mit seinen Freunden gespielt hatte. Diesen Zusammenhang begreife ich erst jetzt, fast fünfzig Jahre später.
Beruhte meine lebenslange Sehnsucht nach einem Haus am Fluss auf dem Wunsch, das Verlorene wiederherzustellen? Jedenfalls habe ich erst hier, zuhause am Ufer der Havel, einen emotionalen Zugang zu meinem Vater und seiner Familie bekommen. Die Aufstellung half mir, meine Gefühle zu verstehen, zu verarbeiten und zurück in meine Kraft zu kommen.
Wie schon so oft war ich tief berührt und dankbar für die Systemische Aufstellungsarbeit und so freue ich mich darauf, in den Seminaren gemeinsam mit Ihnen/Euch einen Blick auf Eure Anliegen und Themen zu werfen.
Ziel ist u.a., mit den politischen Verwerfungen besser umgehen zu lernen, uns von Schock, Ohnmachtsgefühlen und Ängsten nicht lähmen zu lassen. Wir ringen um innere Ruhe, um Stabilität und um die Fähigkeit, Hoffnungen haben, Zukunft planen und gestalten zu können.
Wo können wir anfangen? Nur bei uns selbst. Wieviel Altes, Übernommenes tragen wir mit uns herum? Wie befreien wir uns von den unbewussten, destruktiven Kräften, die uns seelisch und körperlich schwächen?
Erlangen wir ein Stück innerer Sicherheit und Stärke, hilft das uns und auch anderen.
25./26. April 2026
WER IN DIE FRAGEN LEBT,
LEBT IN DIE ANTWORTEN HINEIN
06./07. Juni 2026
HINSCHAUEN UND ANNEHMEN WAS IST
Alle Seminare sind offen für jegliche Themen und Anliegen. Seien es private oder berufliche Blockaden, Krankheitssymptome oder der Wunsch, auf Entdeckungsreise innerhalb der familiären Vergangenheit zu gehen.
Über ein Wiedersehen würde ich mich freuen! Bleiben wir zuversichtlich!
Zu diesen Seminaren lade ich alle ein, die sich auch von der folgenden Auschreibung für das Sylter Sommercamp angesprochen fühlen.
Kriegskinder, Nachkriegskinder, Kriegsenkel; Stasikinder, Nachkommen von Holocaust-Überlebenden oder Widerstandskämpfern,
Nachkommen von Familien, die vertrieben wurden - alle trefffen sich bei mir in einem Raum.
Heilung - das heißt auch Zukunft in innerem Frieden - ist uns allen nur gemeinsam möglich. Das Alter spielt dabei keine Rolle.
Themen:
UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER ...
WAS IST NUR MIT MIR LOS?
GELD. NÄHE. SEXUALITÄT. LÖSUNGEN.
ERFOLG IN BEZIEHUNGEN. ERFOLG IM BERUF.
KRANKHEITEN SIND UNGEÖFFNETE BRIEFUMSCHLÄGE.
UND MEHR
Wenn wir die Briefumschläge öffnen und uns das sich darin verbergende Leid endlich anschauen, werden wir gesünder. Wir werden daran arbeiten, das ererbte und übernommene Schwere hinter uns zu lassen. Wir werden gemeinsam die Umschläge öffnen und die Nachrichten entschlüsseln, auf die unsere Krankheiten und andere Blockaden oder Nöte uns hinweisen.
Es ist möglich, erfolgreich und zufrieden zu werden:
Verhaltensmuster, Fühlen und Denken sind eng mit biographischen Ereignissen verknüpft. Der Blick auf die Geschichte unserer Elterngeneration kann für uns lösend sein - besonders für Kriegskinder und Kriegsenkel und alle, deren Lebens- und Familiengeschichte durch die Ereignisse und Folgen der beiden Weltkriege geprägt und belastet sind. Werden uns Zusammenhänge und tiefere Dynamiken bewusst, können wir das übernommene Schwere hinter uns lassen und Blockaden überwinden. Es muss nicht sein, dass wir uns ein Leben lang entwurzelt oder deplatziert, einsam, rastlos oder getrieben fühlen, nach dem richtigen Platz suchen.
In den Tagen unmittelbar vor dem Sylter Sommercamp biete ich auf Sylt ein Genogramm-Seminar an. Warum sollten Sie ein "Genogramm", einen um alle systemisch relevanten Familienmitglieder erweiterten Familienstammbaum erstellen? Damit alles, was Sie wissen, einmal gut geordnet und übersichtlich auf einem Bogen Papier landet?
Auch das. Aus etlichen, sehr, sehr wichtigen Gründen.
Die Woche auf Sylt:
Systemische Selbsterfahrung und Aufstellungen
OHNE WURZELN KEINE FLÜGEL
SYLTER SOMMERCAMP
Sa 17. - Sa 24. Juni 2023, im Anschluß an das Genogrammseminar.
Ein Seminar direkt am Meer inmitten der zauberhaften Sylter Dünenlandschaft mit endlosem Strand zwischen Kampen und List. Für alle, die möchten, dass es irgendwie ein bisschen anders weitergeht. Eben besser. Beruflich, privat, gesundheitlich. Und überhaupt. Von den Beziehungen ganz abgesehen. Sie brauchen keine klugen Ratschläge und finden Belehrungen eher schwer erträglich. Sie suchen und Sie brauchen endlich Lösungen.
Jeder, jung oder alt, ist angesprochen, besonders auch die Kriegsenkel. Alle Themen sind willkommen.
Wer Interesse daran hat, einmal monatlich an einer therapeutisch begleiteten Kriegsenkelgruppe teilzunehmen, möchte sich bitte bei mir melden! Angesprochen sind Nachkommen von Holocaustüberlebenden, von Tätern, von Vertriebenen, von Vergewaltigungsopfern und Stasikindern unterschiedlicher Herkunft.
Wenn Sie sich und Ihr Leben im Austausch mit anderen besser verstehen wollen, wenn Sie Erfahrungen und Gefühle teilen möchten, wenn Sie oder einer Ihrer Eltern ohne Vater oder ohne Mutter aufgewachsen sind, wenn Ihre Familie im letzten Jahrhundert Tote zu beklagen hatte, Katastrophen erlebt, sich schuldig fühlt oder gar gemacht hat, wenn Sie oder Ihre Angehörigen in der DDR gelitten haben, nehmen Sie Kontakt zu mir auf! ??
Was Kriegskindheit beispielsweise für Tausende bedeutet hat , können Sie u.a. in dem Büchern "Bloodland" (2012) von Timothy Snyder oder auch "Wolfskind. Die unglaubliche Lebensgeschichte des ostpreußischen Mädchens Liesabeth Otto" entnehmen. ??Das umfassende Leid von Eltern und Großeltern lebt in den Kindern und Enkeln oftmals fort und zeigt sich in der Regel verhüllt in den unterschiedlichsten Symptomen, Blockaden und Beziehungsstörungen.
Tauschen Sie sich mit anderen über Ihre Erfahrungen, Ihr Lebensgefühl, über das Schicksal Ihrer Familien aus.
Sind Sie eine vaterlose Tochter, eine sogenannte "Heldentochter"?
Mussten Sie als kleiner Sohn schon den Vater ersetzen?
Oder litten Sie unter der schwierigen Ehe zwischen Ihrer Mutter und Ihrem Soldatenvater oder deren Scheidung?
Sind Ihre Eltern oder Großeltern vertrieben worden?
Fühlen Sie sich immer noch "auf der Flucht?
Sind Sie von den DDR-Zwangsadoptionen betroffen?
Hatten Sie behinderte Onkel oder Tanten, die der Euthanasie zum Opfer fielen?
Wurden Frauen aus Ihrer Familie von den Nazis zwangssterilisiert?
Oder wurden sie Opfer der Massenvergewaltigungen wie Hannelore Kohl?
Und tragen Sie heute noch daran, so wie es der Sohn Walter Kohl über Jahrzehnte tat?
Schuld, Scham, Verlust, Verzicht - die Traumen unserer Eltern bestimmen unser Leben mit.
Es ist an der Zeit, hinzuschauen, zu sprechen und dadurch aufzulösen!
Die Begegnungen finden in entspannter, zugewandter Atmosphäre in meiner Praxis in Charlottenburg statt.
Die Teilnahme ist kostenpflichtig.
Die Anmeldung ist - nach einem Vorgespräch - für zwölf Termine verpflichtend.
Trendelenburgstr. 38?
14057 Berlin - Charlottenburg?
Auf Facebook habe ich die Gruppe "Kriegsenkel Berlin" gegründet.
Werden Sie "Freundin" oder "Freund"! Diese Seite bietet dem Austausch unter Betroffenen ein Forum. Wir geben einander Hinweise auf Bücher, Artikel, Filme und die unterschiedlichen Veranstaltungen zum Thema.
Kriegsenkel sind die Kinder der Kriegskinder. Unsere Eltern haben den Krieg als Kinder oder junge Erwachsene erlebt. Die Kriegsenkel wurden überwiegend in den 50er, 60er und 70er Jahren geboren, in den 50er Jahren hatten wir überwiegend Soldatenväter und nennen uns daher auch Nachkriegskinder.
Wir können Kontakte knüpfen und uns darüber austauschen, was unsere Eltern untergründig und unbewusst an uns weitergaben.
Welche Ängste, Verhaltensmuster und Belastungen wir von den älteren Generationen übernommen haben?
Denn um so besser wir unsere Eltern verstehen, desto besser können wir uns auch von Ihnen abgrenzen, desto besser verstehen wir unsere eigene Biographie und uns selbst.